Bildgestaltung einfach erklärt |
Ein Foto bildet niemals die Realität ab, es ist bestenfalls ein
Ausschnitt aus der Realität. Selbst wenn wir versuchen, das, was wir sehen,
ganz objektiv zu fotografieren, wird trotzdem ein subjektives Foto dabei
herauskommen. Meisten wird allerdings nicht objektiv sondern subjektiv fotografiert.
Ein wunderschöner Strand beispielsweise, an dem eine Fabrik liegt, wird ohne
die Abwasserrohre fotografiert, die ins Meer gehen. Unschöne Dinge werden durch
eine bewußte Ausschnittsgestaltung aus den Bildern herausgehalten, um die
Bildästhetik zu erhöhen.
Wo wurde dieses Foto aufgenommen?
Ein Bild sagt viel über den Fotografen aus. Noch viel mehr sagt
eine Bildserie über den Fotografen aus. Die Einstellung des Fotografen wird in
seinen Bildern sichtbar. Beispielsweise erkennt man sehr schnell, welche
Beziehung er zu seinen Mitmenschen hat oder was ihn besonders interessiert.
Überhaupt lassen seine Bilder Rückschlüsse auf seine Einstellung zu. Es heißt
unter Fotografen: „Eine Einstellung ist eine Einstellung“. Deshalb ist Kritik
an seinen Fotos immer mehr als nur die Kritik an den Bildern.
FormatgestaltungBei Papierabzügen haben wir die Möglichkeit, durch Beschneidung
der Bildränder oder durch ein Passepartout jedes beliebige Bildformat zu
wählen. Das Bildformat sollte idealerweise dem Motiv angepaßt werden. Ein
Bildformat, das dem Motiv angepaßt ist, steigert die Bildwirkung. Deshalb
benutzten früher viele Berufsfotografen, die für Zeitschriften arbeiten, das
quadratische Mittelformat 6x6. Ein quadratisches Format kann man durch
Beschnitt leicht in ein hoch- oder querformatige Bilder umwandeln. Das
quadratische Bildformat selbst wirkt mit seinem Seitenverhältnis von 1:1
harmonisch und ruhig, also nicht dynamisch. Beim Kleinbildformat haben wir ein Seitenverhältnis von 1,5:1, beim alten Mittelformat 4,5x6 ein Seitenverhältnis von 1,33:1. Von Panoramaformat sprechen wir ab einem Seitenverhältnis von 2:1. Quer- oder HochformatDas Rechteckformat gibt uns die Möglichkeit, ein Bild im
Querformat oder im Hochformat zu erstellen. Oft läßt einem das Motiv keine
Wahl, manchmal jedoch eignen sich beide Formate und erzielen eine vollkommen
andere Bildwirkung.
Während das Querformat optimal zur Darstellung von Landschaften
geeignet ist, ist für hohe Gebäude und für Porträtaufnahmen das Hochformat
besser geeignet. Außerdem eignet sich das Hochformat sehr gut zur Darstellung
der räumlichen Tiefe, weil das Auge sich vom Vordergrund zum Hintergrund
bewegt. Legt man bei einer Landschaftsaufnahme die Horizontlinie hoch, so kann
man sehr viel Landschaft darstellen. Das Querformat wirkt vertrauter, weil es eher unserem
Sehfeld entspricht. Das Hochformat löst größere Aufmerksamkeit aus,
weil es nicht unserem Sehfeld entspricht und deshalb ungewöhnlich ist.
Bei Plakaten, die ja beachtet werden sollen, ist das Hochformat zu
bevorzugen. Dient ein Raum der Entspannung, so sollten an den Wänden
Fotos im Querformat hängen. Optimal ist hier das Panoramaformat. Prinzipiell kann man folgende Eigenschaften zuordnen:
Beispiele für Hoch- und Querformat
Ein Bild im Querformat: Achte auf die Wirkung
Dasselbe Motiv im Hochformat: Es wirkt anders
Hohe Objekte wirken im Querformat kleiner als sie sind
Das Hochformat verstärkt die Höhe Beispiel Das folgende Bild wurde mit einer 16-MB-MFT-Kamera erstellt. Aus 9 Belichtungsreihen wurden 9 HDR-Einzelbilder im Hochformat erstellt und dann mit Photomerge zusammengesetzt. Das fertige Bild hat eine Breite von 18.570 Pixeln. Die Höhe wurde beschnitten. Bei einer Auflösung von 300 dpi ergibt sich eine Breite 1,57 m. Da bei so großen Bildern der Betrachtungsabstand entsprechen größer sein muss, um das ganze Bild zu erfassen, kann das Foto praktisch unbegrenzt vergrößert werden. Durch einen Mausklick auf das Bild wird das Foto in Originalgröße geladen.
Fotografieren wir eine Person in Seitenansicht, so
ist in Blickrichtung ein größerer Freiraum zu lassen als hinter dem Kopf. BildkompositionDie drei Bildebenen
Bei einem Foto wird in der Regel ein dreidimensionaler Raum auf
einer zweidimensionalen Fläche abgebildet. Eine Dimension, nämlich die Tiefe, geht
verloren. Wir können jedoch ein Bild so gestalten, daß es beim Betrachten
dreidimensional wirkt. Wenn wir in einen dreidimensionalen Raum hineinschauen, sehen
wir drei Ebenen, nämlich einen Nahbereich, einen Fernbereich, und einen Bereich
mittlerer Entfernung. Wenn diese drei Bereiche auch auf einem Foto vorhanden
sind, dann vermittelt es den Eindruck von Tiefe. Der Nahbereich wird auf unserem Foto durch den Vordergrund
dargestellt. Der Fernbereich wir durch den Hintergrund gebildet. Der Bereich
mittlerer Entfernung ist auf dem Foto der Bildmittelgrund. Auf einer Landschaftsaufnahme sind für gewöhnlich nur Mittel-
und Hintergrund dargestellt. Das Bild wirkt zweidimensional. Wenn wir aber
einen Vordergrund gestalten, gewinnen wir an räumlicher Tiefe. Symmetrie
Ein symetrischer Bildaufbau mit dem Hauptobjekt in der
Bildmitte wirkt statisch, ruhig, streng und klar. Das Auge findet darin keinen
Halt. Der Bildinhalt ist leicht erfaßbar, weshalb ein solches Bild oft
langweilig wirkt.
Ein symmetrisches Bild wirkt langweilig Einen interessanteren Bildaufbau erhält man, wenn man das
Hauptmotiv nicht in der Mitte plaziert. Bilder, bei nur ganz wenig
unsymmetrisch sind, haben eine stärkere Wirkung als Bilder, die vollkommen
symmetrisch sind. Bei einer Bildserie ist es wichtig, Abwechslung hineinzubringen.
Darum sollte man gelegentlich auch ein symmetrisches Bild hineinnehmen. Asymmetrie
Ein asymmetrischer Bildaufbau wirkt lebendig. Der Betrachter
hat das Gefühl, die Objekte seien zufällig so angeordnet. Ist das Objekt
richtig plaziert, dann wirkt ein asymmetrisch aufgebautes Bild harmonisch und
ausgewogen. Der goldene Schnitt
Ein Bild wird entweder durch Flächen aufgeteilt oder durch
Objekte. Im ersten Fall stehen die Flächen in einem bestimmten Verhältnis
zueinander. Bei einer Landschaftsaufnahme z. B. steht die Landschaft in einem
bestimmten Verhältnis zum Himmel. Ist hingegen ein einzelnes Objekt das Hauptmotiv,
beispielsweise eine Person, so wird das Bild in mehrere Strecken aufgeteilt. Es
sind die Strecken zwischen dem Objekt und den Bildrändern. Diese stehen in
einem bestimmten Verhältnis zueinander. Besonders harmonisch wirken Bilder, die in einem Verhältnis
geteilt werden, das als der goldene Schnitt bekannt ist. Bei der Teilung einer
Strecke in zwei ungleiche Teilstecken verhält sich die kleinere Teilstrecke zur
größeren wie die größere Teilstrecke zur Gesamtstrecke. Der goldene Schnitt ist schon sehr lange bekannt. Schon die
alten Griechen gestalteten Ihre Bauwerke durch den goldenen Schnitt
harmonischer. Wenn wir ein Objekt nach der Regel des Goldenen Schnitts
plazieren wollen, kommen dafür vier Punkte in Betracht. Vereinfacht erhalten
wir diese Punkte, wenn wir das Bild gedanklich in drei gleichgroße vertikale
und in drei gleichgroße horizontale Felder unterteilen. Das Bild wird dann von
zwei horizontalen und von zwei vertikalen Linien in sechs Felder unterteilt.
Die vier Schnittpunkte entsprechen der Lage des Goldenen Schnitts. Weil wir ein Bild von links nach rechts betrachten, ist es
günstiger, das Hauptmotiv in einem der beiden linken Schnittpunkte zu
plazieren. A : B = B : C
13,75 : 22,25 = 22,25 : 36
(etwa ein Drittel zu zwei Drittel)
Insbesondere wenn nur wenige Bildelemente vorhanden sind, führt
der goldene Schnitt zu einem ausgewogenen Bildaufbau. Dreiteilung
Eine wichtige Gestaltungsregel in der Fotografie ist die Dreiteilung. Man teilt das Bild gedanklich in drei Teile und setzt das Hauptobjekt ins linke oder rechte Bilddrittel (ungefähr). Durch die Dreiteilung kommt mehr Dynamik ins Bild. Diese Regel empfiehlt sich sowohl beim Quer- als auch beim Hochformat. Dieselbe Regel der Dreiteilung gilt auch für die horizontale Aufteilung.
Fotografieren wir z. B. eine Landschaft, dann empfiehlt es sich, dem
interessanteren Bildteil zwei Drittel und dem anderen Bildteil ein Drittel des
Bildraumes zu geben. Also beispielsweise ein Drittel Himmel und zwei Drittel
Landschaft, wenn die interessanten Details in der Landschaft sind. Weist
hingegen der Himmel eine interessante Wolkenformation auf, dann können wir das
Verhältnis auch umgekehrt machen. Lediglich bei Spiegelungen empfiehlt es sich, das Bild in der
Hälfte zu teilen.
Die Lage des Horizionts
Der Horizont kann prinzipiell auf drei unterschiedliche Arten
angeordnet werden: in der Mitte, hoher Horizont, tiefer Horizont. In der Mitte: Ein Bild mit dem Horizont in der Mitte wirkt oft
statisch und langweilig. Gut geeignet ist solch eine Aufteilung allerdings bei
Motiven, die eine Symetrie bieten. Beispielsweise bei einer Wasseroberfläche,
in der sich der Himmel spiegelt. Sparsam einsetzen. Tiefer Horizont: Soll hingegen der Himmel wegen seiner
interessanten Wolkenformation dominieren, wählen wir einen tiefen Horizont.
Auch bei banalem Vordergrund.
Ist der Vordergrund uninteressante wählen wir einen tiefen Horizont Hoher Horizont: Wenn wir ein Bild betrachten, gehen wir
unbewußt davon aus, daß der größere Teil der wichtigere ist. Befindet sich der
wichtige Teil auf der Erde, ist also ein hoher Horizont zu wählen. Kein Horizont: Bilder ohne Horizont wirken meist zweidimensional. Ein isoliertes Objekt, beispielsweise ein frei stehender Baum, erhält dadurch Gewicht. Gut geeignet für interesannte Muster in der Landschaft. Abstaktion.
Ohne Horizont werden Muster in der Landschaft deutlich Tipps: Abwechslung schaffen. Den Horizont immer an der selben Stelle
zu platzieren wirkt langweilig. Benutze immer ein Stativ, denn nur mit einem Stativ läßt
sich der Horizont waagerecht ausrichten. Umrahmungen
Umrahmungen sind ein Gestaltungsmittel, mit dem ein Bild interessanter
gemacht werden kann. Man muss zwischen Vorder- und Hintergrundrahmen
unterscheiden. Ein Vordergrundrahmen kann z. B. ein Torbogen oder das Geäst
eines Baumes dienen. Doch Vorsicht: Ein zu großer Vordergrundrahmen bewirkt
einen Schüsselloch-Effekt. Ein Hintergrundrahmen kann z. B. ein nach hinten
gehaltener Regenschirm oder ein großer Sonnenhut sein. In Bildserien sorgt
ein umrahmtes Motiv für Abwechslung. Während ein Vordergrundrahmen durch die zusätzliche Bildebene
den Tiefeneindruck verstärkt, löst ein Hintergrundrahmen das Hauptmotiv aus
seiner Umgebung heraus. Besonders bei Vordergrundumrahmungen ist eine große
Schärfentiefe erforderlich.
Die Äste im Vordergrund bilden einen Rahmen Schärfentiefe
Halte deinen Zeigefinger in Augenhöhe vor dein
Gesicht
und richte deinen Blick darauf. Beachte dabei den Hintergrund. Richte
deinen Blick anschließend auf den Hintergrund und beachte den Finger.
Fällt dir dabei etwas auf? Es ist nicht möglich, einen nahen und einen weit entfernten
Gegenstand gleichzeitig scharf zu sehen. Die Augenmuskeln verändern automatisch
den Abstand der Netzhaut von der Linse und stellen das Auge auf die anvisierte
Ebene scharf. Das Auge kann immer nur einen bestimmten Bereich scharf sehen.
Objekte, die sich vor und hinter diesem Bereich befinden, werden unscharf auf
der Netzhaut abgebildet. Der Bereich, der scharf abgebildet wird, ist der
Schärfentiefebereich oder einfach Schärfentiefe genannt (Tiefenschärfe ist
gleichbedeutend). Bei Objektiven verhält es sich genauso, jedoch können wir die
Schärfentiefe in bestimmten Bereichen variieren. Es gilt folgende Regel: •
je kleiner die Blende (großer Blendenwert), desto größer ist die Schärfentiefe, •
je kürzer die Brennweite, desto größer ist die Schärfentiefe.
Wollen wir hingegen selektiv scharf stellen, müssen wir ein
Teleobjektiv verwenden und die Blendenöffnung möglichst groß wählen. Ob wir eine hohe Schärfentiefe wählen oder selektiv scharf
stellen, hängt vom Bildaufbau und von der Bildaussage ab. Bei einer hohen
Schärfentiefe sind alle Bereiche des Bildes scharf wiedergegeben. Bei Bildern, bei denen alle
Bildbereiche wichtige Informationen enthalten, ist das unerläßlich. Bilder mit
einer totalen Schärfe wirken oft kalt und steril. Bei einem Winterbild kann man
damit die Wirkung der Kälte verstärken. Durch selektive Schärfe wird ein Objekt hervorgehoben. Wir
können damit beispielsweise einen Menschen vom Hintergrund lösen. Die
Figur-Grund-Beziehung wird durch selektive Schärfe verstärkt. Bewegungsunschärfe
Wir haben es mit statischen Bildern zu tun, die es uns nicht
erlauben, Bewegungen wiederzugeben. Jedoch können wir den Eindruck von Bewegung
erzeugen, indem wir entweder das sich bewegende Objekt oder den Hintergrund
bewußt bewegungsunscharf abbilden. Das geschieht durch Wahl einer langen
Belichtungszeit. Steht die Kamera fest, dann wird das sich bewegende Objekt
infolge der langen Belichtungszeit unscharf abgebildet. Soll hingegen das sich
bewegende Objekt scharf abgebildet werden und der Hintergrund eine
Bewegungsunschärfe erhalten, dann ist mit der Kamera eine Bewegung
auszuführern, wobei das Objekt im Bildfenster auf dem gleichen Fleck stehen
bleiben muss. Idealerweise wird hier mit einem Blitz und einer langen
Synchronzeit gearbeitet.
Blickwinkel
Bevor wir ein Foto machen, sollten wir das Motiv von
verschiedenen Kamerastandpunkten aus betrachten. Die meisten Aufnahmen werden
aus Augenhöhe aufgenommen, weil das eine für uns gewohnte Perspektive ergibt.
Das ist aber nicht immer die für ein Bild beste Perspektive. So ist es
beispielsweise selbstverständlich, daß wir uns in die Hocke begeben, wenn wir
ein kleines Kind fotografieren. Ein hoher oder tiefer Kamerastandpunkt ist dazu geeignet, das
Objekt von seiner Umgebung zu isolieren. Einen Menschen z. B. können wir aus
einer Menschenmenge lösen, indem wir einen tiefen Kamerastandpunkt suchen und
nach oben gegen den Himmel fotografieren. Bei einen sehr tief gelegenen Kamerastandpunkt sprechen wir von
der Froschperspektive. Objekte, die aus der Froschperspektive aufgenommen
werden, wirken oft sehr hoch und manchmal sogar erdrückend. Sie vermitteln dem
Betrachter das Gefühl der Unterlegenheit. Eine abgebildete Person wirkt
glorifiziert, machtvoll, bedrohend. Bei einem sehr hoch gelegenen Kamerastandpunkt sprechen wir von
der Vogelperspektive. Es entsteht der Eindruck von Tiefe, der sich mit kürzer
werdender Brennweite verstärkt. Der Betrachter hat das Gefühl, das er dem Objekt
überlegen ist. Das Objekt erscheint verkleinert, verniedlicht. Wenn man kleine Kinder fotografiert, sollte man besser in die
Hocke gehen, denn sonst wirken sie hilflos und klein. Wird die Aufnahme in
Augenhöhe des Kindes gemacht, wirkt es gleichberechtigt. Sehr reizvoll kann das Fotografieren einer Stadt oder einer
Landschaft aus der Luft sein. Wer einen Rundflug mietet, sollte sich einen
Platz weit weg von den Tragflächen suchen. Die beste Zeit für Luftaufnahmen
sind die Morgenstunden an einem Sommertag, weil dann am wenigsten Dunst in der
Luft ist. Ein Foto, das wir aus einer ungewohnten Perspektive aufnehmen,
wirkt oft interessanter. Die ungewohnte Perspektive ist befremdend und
überrascht den Betrachter. Es ist allerdings darauf zu achten, daß kein zu
befremdender Eindruck entsteht, denn Fremdartiges stößt auf Ablehnung, weil es
nicht verstanden wird. Es ist vorteilhaft, den Kamerastandpunkt zu variieren, um damit
Abwechslung in die Bilder zu bringen.
Nur noch ein Kind nimmt die Kamera wahr Brennweite
Die Brennweite ist ein wichtiges gestalterisches Mittel. Dabei
spielen folgende Zusammenhänge eine wichtige Rolle: Je länger die Brennweite, desto geringer die Schärfentiefe. Der Abstand zweier hintereinanderliegender Objekte wird bei
Benutzung eines Objektivs mit langer Brennweite scheinbar verkürzt. Die Größenverhältnisse von Objekten in unterschiedlicher
Entfernung vom Aufnahmeort verändern sich mit der Brennweite. Beispiel: Gebäude
und Mond. Ausschnittsgestaltung
Auf den richtigen Ausschnitt kommt es an. Bei der
Landschaftsfotografie braucht man oft nur einen Meter zur Seite gehen, um ein
viel besseres Bild zu erhalten. Teleobjektive geben uns die Möglichkeit, Details zu zeigen. Ein
Bild, das zu viele Details zeigt, wirkt nicht. Es ist überladen und verwirrt
den Betrachter. In der Fotografie gilt die Regel: „Weniger ist oft mehr“.
Andererseits darf ein Bild aber auch nicht zu wenig enthalten, da es dann zu
uninteressant wirkt. Mit einem Teleobjektiv können wir den Hintergrund verkleinern.
Fotografieren wir beispielsweise eine Person, die einige Meter vor einem Haus
steht, so ist bei Verwendung eines Weitwinkelobjektivs das ganze Haus als
Hintergrund mit im Bild. Wegen der großen Schärfentiefe des Weitwinkelobjektivs
ist das Haus sogar scharf abgebildet. Viele störende Elemente geraten ins Bild
und lenken von der Person ab. Dadurch kommt Unruhe ins Bild. Entfernen wir uns
von der Person und nehmen sie mit einem Teleobjektiv auf, dann wird die Person
in der gleichen Größe wie auf der Weitwinkelaufnahme abgebildet, jedoch wegen
dem kleineren Winkel erscheint vom Haus nur ein Teil als Hintergrund. Bei
gleicher Blende ist außerdem die Schärfentiefe geringer. Wir können so eine
kleine einfarbige Fläche als Hintergrund wählen, beispielsweise eine Wand. Das
Teleobjektiv gibt uns also die Möglichkeit, ein Objekt zu isolieren. Von einem erhöhten Kamerastandpunkt aus können wir den Boden
als Hintergrund nehmen. Von einem niedrigen Standpunkt aus den Himmel. Silhouetten
Wenn unser Objekt sich vor hellem Hintergrund befindet, können
wir es konturenhaft darstellen. Wir richten die Belichtung auf den Hintergrund
aus und geben, falls der Kontrast nicht groß genug ist, noch einen Blendenwert
hinzu. Unser Objekt wird nun unterbelichtet und erscheint schwarz. ![]() Bei Belichtung auf den Himmel wird der Vordergrund unterbelichtet
Faustregeln für bessere Fotos
Ran ans Motiv
Große Bildausschnitte und totale Schärfe sind: vielleicht für Erinnerungsfotos richtig und gut, für künstlerische Fotos jedoch tödlich!
Durchdacht fotografieren
Eine Aufnahme wird spannend und das Bild sehenswert durch Licht und Schatten, Aufnahmerichtung und Standort, Bildordnung und -zuordnung. Der Fotograf muss
das Geschick eines Handwerkers und das Auge eines Künstlers haben. Zusammenfassung:
• interessante Fotos machen, • formatfüllend arbeiten, • ungewöhnliche Betrachtungsweisen suchen, • nicht zuviel, aber auch nicht zuwenig zeigen, • eine harmonische Bildaufteilung wählen, • Abwechslung schaffen. Ein (nicht ganz) neues SyndromDie Amerikaner sind sehr kreativ, die Deutschen leider nicht. So werden ständig neue Begriffe aus dem Englischen übernommen, ohne ein passendes deutsches Wort dafür zu erfinden, denn das erfordert ebenfalls Kreativität.Der Wunsch von Fotoamateuren, immer das neueste und beste zu besitzen, hat zu dem Begriff "Gear Acquisition Syndrome", kurz GAS, geführt. Also dem Syndrom, ständig eine neue Ausrüstung erwerben zu müssen. Geeignete deutsche Begriffe sind Amateurfotografen-Krankheit oder Ausrüstungs-Sucht. Statt die zur Verfügung stehende Zeit mit fotografieren zu verbringen, beschäftigen sich die Betroffenen lieber mit der Technik. Sie lesen ständig Test- und Erfahrungsberichte, verzweifeln an den Kritikpunkten, und kaufen immer wieder neu, mit dem unguten Gefühl, schon bald wieder nur das zweitbeste zu besitzen. Die Fotoausrüstung ist nicht mehr das Werkzeug des Hobbies, sondern der Hauptzweck. Das Fotografieren wird zur Nebensache. Deutlich zu erkennen ist das auf dem Gebrauchtmarkt. Ein großer Teil der angebotenen Kameraausrüstung wurde kaum benutzt. Eine Recherche im Internet, z. B. auf www.flickr.com, zeigt schnell, dass mit den besten und teuersten Objektiven fast nur schlechte Schnappschüsse produziert werden. Eine billige Kompakt-Kamera hätte dafür ausgereicht. An dieser Stelle noch ein Wort zu Kamera-Testberichten: Immer wieder werden Spitzenmodelle in Kamera-Tests abgestuft, weil sie kein eingebautes Blitzgerät haben. In Wahrheit stuft das jedoch nicht die Kamera herab, sondern den Tester bzw. das Fotomagazin. Kein seriöser Kamerahersteller wird in eine Profi-Kamera ein Mini-Blitzgerät einbauen, denn der Profifotograf braucht kein Spielzeug, sondern ein Arbeitsgerät. Nur Dilettanten schalten nachts, vor einem großen Gebäude stehend, das Miniatur- Blitzgerät ihrer piepsenden Anfänger-Kamera ein. Ähnliches gilt für Motivprogramme. In einigen Tests gehen selbst minimale Unterschiede, die sich in der Praxis nicht bemerktbar machen, in die Bewertung ein. Was also sind solche Testberichte wert? Sicherlich sind sie nicht generell unbrauchbar, aber man sollte sie kritisch lesen. Zusammenfassung und SchlussbemerkungDie tatsächlich von der digitalen Kamera erreichte Auflösung hängt von mehreren Faktoren ab. Neben der Anzahl der Pixel spielen auch die Pixeldichte und die von der Kamera zur Verarbeitung der Bildsignale verwendeten Hard- und Software eine wichtige Rolle. Größere Sensoren liefern bei gleicher Auflösung eine bessere Bildqualität. Bei den teuersten Systemkameras begrenzt das Objektiv die reale Auflösung.Je höher die Auflösung des Sensor ist, desto stärker machen sich Ungenauigkeiten im Bild bemerkbar. Wenn du in ein hochauflösendes Foto am Bildschirm "reinzoomst", wirst du jeden kleinen Bildfehler als störend empfinden. Kleine Verwacklungs-Unschärfen, Chromatische Aberrationen, Farbrauschen, Fehlfokussierungen - alles kommt zum Vorschein. Große Formate und hohe Auflösungen machen nur Sinn, wenn du ein sehr guter und pedantischer Fotograf bist. Umgekehrt haben gute Fotografen die Möglichkeit, sich dank der hervorragenden Technik von der Masse abzusetzen. Die Entwicklung von Bildsensoren geht weiter und wird in den nächsten Jahren zu deutlich besseren Kameramodellen führen. Wer sich heute für ein System entscheidet, sollte das nicht von einem aktuellen Kameragehäuse abhängig machen, sondern vom Verwendungszweck und von den zur Verfügung stehenden Objektiven unter Berücksichtigung seiner finanziellen Möglichkeiten. Einen wenig beachteten, aber enorm wichtigen Punkt, möchte ich hier noch erwähnen: eine Kamera ist wie eine Geliebte. Mit einer Kamera, in die man nicht verliebt ist, wird man nicht viele gute Fotos machen, und sei sie noch so perfekt. Vielleicht wird dir jetzt klar, warum gute Fotografen (männliche wie weibliche) nicht alle zwei Jahre ihre Kamera wechseln?
Merke: Ein guter Fotograf macht mit einer alten Kamera bessere Fotos, als ein schlechter Fotograf mit einer hochmodernen Kamera. Kunst kommt von können, Technik-Verliebtheit vom Spieltrieb des Mannes. Einen Profi-Fotografen erkennt man an seinem Stativ, und nicht an seiner Kamera. Die Liste der besten Fotografen der Welt ist lang; keiner von Ihnen hatte eine teure Digitalkamera. Die beste Fotoausrüstung taugt nichts, wenn man sie zuhause lässt oder nicht richtig bedienen kann. Während des Fotografierens hat man keine Zeit, in der dicken Bedienungsanleitung nachzuschlagen. |